Welches (Umsatz-)Potenzial bieten Tablet-PCs für Retailer? Diese Frage stellt Nicola Straub momentan auf dem Shopanbieter-Blog. Basis der Diskussion ist eine aktuelle Marktanalyse von eMarketer, die Tablets (einmal mehr) enormes E-Commerce-Potenzial bescheinigt ("How the iPad is transforming Retail"):
"The features of Apple’s iPad and competing tablets have made them an ideal entertainment and media consumption device, but many tablet owners also have a strong interest in online shopping. The iPad’s portability, tactile screen and vivid graphics foster a casual and exploratory shopping experience that leads to product discovery, impulse buying & shared purchasing."
Es ist schon irgendwie kurios: Während alle Welt vom angeblichen Potenzial des Mobile Commerce schwärmt, ist das Zukunftsthema Tablet nach wie vor in der Branche kaum präsent. Dabei können gerade klassische Online-Händler von der Tablet-Welle eher profitieren als vom Smartphone-Boom. Es stellt sich daher nicht die Frage, ob Tablet-PCs als Shopping-Plattform künftig wichtig werden.
Die eigentliche Frage muss doch vielmehr lauten, wie sich mediengerechte Shopping-Erlebnisse für Nutzer von Tablet-PCs schaffen lassen. Denn die klassischen Store-Frontends verkaufen auf iPad & Co. ja nur bedingt:
"Inspiration und visuell getriebenes Browsen sind gefragt – dabei sind attraktiv inszenierte Themenstrecken wichtiger als die konkrete Produktkategorie."
Game-Changer-Debatten stellen sich also nicht beziehungsweise führen in die falsche Richtung, wenn erste Händler bereits vom Tablet-Trend profitieren. Wichtig ist doch, die Weichen für das Wohnzimmer-Shopping zu stellen:
"Das iPad wird dafür sorgen, dass das Internet nun vom heimischen Büro ins Wohnzimmer umziehen wird; dank des iPad liegt das Internet nun immer griffbereit auf dem Couchtisch. Ohne lange Anlaufzeit kann der Mensch binnen Sekunden im Netz surfen - und einkaufen. Das iPad macht das Internetsurfen sozialverträglich: Es stört den Partner plötzlich nicht mehr, wenn jemand im WWW unterwegs ist. Die Anwesenheit des Netzes am Couchtisch ist nicht störender als Zeitunglesen.
Die Folge: Der Einkauf im Netz wird noch naheliegender sein als früher. Die ständige Wohnzimmerpräsenz des iPad wird die Online-Umsätze weiter ankurbeln - zu Lasten der traditionellen Vertriebskanäle. Die stationären Händler müssen sich also überlegen, welchen Mehrwert sie dem bequemen Kauf aus dem heimischen Wohnzimmer entgegensetzen möchten."
Wie sich Lean-Back-Shopping inszenieren lässt, zeigen in Ansätzen bereits Apps von Startups und Anwendungen von Online-Publishern. Um Tablet-Perspektiven für den Online-Handel geht es auch am Mittwoch in meinem Vortrag auf der ECOM in Berlin ("Casual Commerce - Kaufsituationen jenseits des Onlineshops").
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