Wenn es um Vorzeige-Apps für Tablet-PCs wie das Apple iPad geht, werden oft Anwendungen wie der Amazon Windowshop oder die Shopstyle-App zitiert. Zwar entwickelt sich gerade das Windowshop-Prinzip zunehmend zum Quasi-Standard im Tablet-Markt. Letzten Endes unterscheiden sich solche Anwendungen aber vor allem durch großflächige Produktfotos von der klassischen Shop-Ansicht:
Je länger ich das iPad nutze, umso mehr aber bin ich überzeugt: Tablet-PCs sind eine ideale Plattform, um Kunden solche Produkte zu verkaufen, von denen sie noch gar nicht wissen, dass sie diese überhaupt brauchen.
Um Impulskäufe auszulösen sind aber innovativere Konzepte nötig als nur großflächige Produktfotos. Wunderbar illustriert das Arne Kittler in seinem Beitrag für das aktuelle MobileZeitgeist Special anhand eines fiktiven Beispiels:
"Es ist Donnerstag und Melanie ist erschöpft vom Tag im Büro. Sie liegt auf dem Sofa und will sich mit etwas Schönem belohnen. Inspiration und visuell getriebenes Browsen sind gefragt – dabei sind attraktiv inszenierte Themenstrecken wichtiger als die konkrete Produktkategorie."
In seinem Beitrag unterzieht er die bisherigen Shopping-Apps der Mode-Anbieter einem Reality Check. Das Fazit fällt erwartungsgemäß sehr nüchtern aus:
"Schaut man sich aktuelle Modeshops für das iPad an, so wird schnell klar, dass die Realität bis auf wenige Ausnahmen den Potenzialen nicht einmal ansatzweise gerecht wird. Das Potenzial für Mode-Shopping auf dem iPad wird zugunsten kurzfristig gedachter „Hauptsache dabeisein“‐Angebote vernachlässigt."
Vielleicht ja auch, weil Händler das Thema Tablet Commerce falsch angehen. Denn nach wie vor sind die meisten Shopping-Apps noch viel zu sehr auf den Zielkauf hin optimiert. Kittler kennt allerdings eine Ausnahme:
"Eines der wenigen Highlights ist die iPad App von Net‐A‐Porter. Als wöchentliches Magazin wird ein guter Mix aus attraktiv zu browsendem Magazin‐Content mit ergonomisch gut gemachten Artikel‐Detail‐Layern, Merkzettel und Warenkorb angeboten. Auch ergonomisch überzeugt Net‐A‐ Porter mit Bedienelementen, die auch bei maximaler Zurückgelehntheit noch gut zu bedienen sind, ohne klobig zu wirken."
Das brandneue MobileZeitgeist Special über Mobile Commerce lässt sich hier herunterladen. Interessenten bekommen das PDF quasi umsonst, wenn sie mit einem Tweet bezahlen. Der Beitrag von Arne Kittler beginnt auf Seite 27.
Anmerkung: Unter dem Titel 'Casual Commerce - Tablet-Perspektiven für den Online-Handel' zeige ich am 11. Mai in meinem Vortrag auf der ECOM Berlin, wie sich Shopping-Apps für die Nutzungssituation Sofa konzipieren lassen.
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