"Wann sind wir endlich für M-Commerce bereit?", fragt Florian Hermsdorf drüben auf Kassenzone.de. Und man ist geneigt zu antworten: Wenn endlich einmal vielversprechende Mobile-Shopping-Anwendungen am Start sind:
"Was derzeit den meisten M-Commerce Ansätzen noch fehlt sind echte Mehrwerte gegenüber den klassischen Online-Shops. Denn die wirklichen Vorteile ergeben sich erst durch eine sinnvolle Vernetzung der unterschiedlichen Kanäle oder der Kunden."
Tatsächlich ist es irgendwie schon ein wenig ernüchternd, dass beispielsweise die iPhone-App von Amazon immer wieder als Paradebeispiel zitiert wird. Zwar mag die Shopping-App durchaus ansprechend umgesetzt sein. Die Amazon-App liefert aber letztlich keinen Grund, warum iPhone-Nutzer nun unterwegs einkaufen sollten. Im Gegenteil. Lässt sogar die Usability zu wünschen übrig:
"Even on a larger screen like the iPad, checking out is tedious on mobile devices because they require multiple screens (usually) and input into form fields. Touch screens are far more prone to errors than desktop and laptop keyboards, and page load speed can be slower, which means fixing errors is even more of a headache. Amazon pre-fills as many fields as possible, like the email address in the first step of the checkout, and even pre-filling the cardholder name if you opt to enter a credit card."
Die Mobil-Anwendungen von eBay und Vente Privée haben im Vergleich zur jeder Mobil-Adaption eines klassischen Online-Shops den Vorteil, dass Nutzer unterwegs im Zweifelsfall darüber einkaufen müssen:
"Warum braucht ein Shopping-Club eine Mobile-App? Weil man in einem Shopping-Club nicht zu jeder Uhrzeit die gleichen Chancen auf die besten Schnäppchen hat. Morgens um 7 oder um 9 oder je nachdem wann die Aktionen starten, muss man online sein, um bei den heiß begehrten Marken zuschlagen zu können. Und was macht man morgens um 7 oder um 9? Man liegt im Bett, sitzt in der S-Bahn oder steht im Stau. Daher: Mobile-App!"
Alleine vor diesem Hintergrund muss man solche Zahlen aber relativieren. Auch wenn Live-Shopping auf mobilen Geräten natürlich wegen dem Zeitfaktor ein spannender Ansatz bleibt. Gleiches gilt für Shopping-Dienste, die wie Coupies bereits standortbezogene Daten für Kaufempfehlungen verwenden:
"Immowelt.de setzt als erstes deutsches Immobilienportal die Augmented Reality Technologie ein. Dabei greift das Portal auf Wikitude (iTunes-Link) zurück. Mit Hilfe der Anwendung von Wikitude wird der Nutzer per GPS lokalisiert. Er kann dann seine Umgebung durch die Kamera seines Smartphones betrachten sowie Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Shops sehen. Ebenfalls werden in der Immowelt-Erweiterung standortgenau alle sich in der Nähe befindenden Immobilienangebote angezeigt. Interessante Angebote können per Klick vergrößert und im Detail betrachtet werden. Wenn dem Nutzer das Angebot zusagt, kann er direkt über die App mit dem Anbieter Kontakt aufnehmen."
Mehr Anregungen zum Thema Mobile Commerce liefert auch dieser lesenswerte Beitrag ("Wo bleiben die deutschen Mobil-Shops?").
Passend dazu:


Tja, da läuft es für Amazon ähnlich wie in Bezug auf die "normale" Website. Eigentlich nicht wirklich schön und nutzerfreundlich, aber es funktioniert einfach im Markt, weil sich alle dran gewöhnt haben - und den schnellen Lieferservice zu schätzen wissen. Das ist meiner Meinung nach der klare USP.
Die oben beschriebenen Anwendungen sind echt klasse, da für diese Zwecke die mobile Nutzung ja tatsächlich Sinn macht. Bin gespannt, was uns hier in den nächsten Jahren noch erwartet.
Kommentiert von: Anja Weitemeyer | 10. August 10 um 09:04 Uhr
Das stimmt wohl. Amazon lebt in erster Linie von seinem guten Ruf, dem reichhaltigen Angebot und dem guten Kunden-Service. Wenn ich also etwas online kaufen will, finde ich es wahrscheinlich bei Amazon und bekomme im Zweifelsfall auch mein Geld wieder, wenn ich das Päckchen zurückschicke. Ob Internetnutzer aber auch mobil nach diesen Kritieren einkaufen? Oder will ich nicht lieber ein Produkt haben (und am liebsten gleich mit nach Hause nehmen), das ich gerade vor Ort entdeckt habe?
Kommentiert von: Stephan Meixner | 10. August 10 um 12:47 Uhr
es fehlt alleine schon der Grund warum man so eine App installieren sollte. Ok, ebay und amazon... aber dann?
Was gibts denn noch?
Bannerwerbung usw wie im klassischen Netz von Seite A nach B funktioniert auf Apps so nicht.
Die Apps müssen einen Mehrwert liefern. Ein Webshop liefert den aber nicht.
Grosse Portale bringen evtl noch einen -- Barcodescanner=bestell bei uns billiger --
aber das wars auch schon...
Kommentiert von: teena | 11. August 10 um 17:03 Uhr