In der Blogosphäre häufen sich zunehmend Anwendungsberichte von Nutzern, die ihre Surf-Erfahrungen auf dem Tablet-PC schildern. Ich will es heute daher einmal Kollege Weiß gleichtun, dabei aber den Fokus auf Shopping-Apps legen.
Wie sich gelungene iPad Apps konzipieren lassen, hatten wir - in der Theorie - bereits mehrmals angerissen. Die spannende Frage war für mich daher, ob sich solche Thesen auch mit meinen persönlichen Surf-Erfahrungen decken:
- These 1: Auch klassische Shopping-Seiten verkaufen:
Jeder Händler kann ja prinzipiell auch mit seinem klassischen Shop auf dem iPad verkaufen. Spaß machen klassische Shopping-Seiten aber in der Regel nicht. Entweder tippt man aus Versehen falsche Links an oder die virtuelle Tastatur macht es zu einer Herkulesaufgabe, in winzige Formularfelder korrekte Suchbegriffe einzutippen. Ein klassischer Online-Shop sollte auf dem iPad daher nur eine Übergangslösung sein.
- These 2: 3D-Ansichten machen Produkte haptisch erlebbar:
Auf dem iPad wirken Produkte tatsächlich auf einmal greifbar, wenn Nutzer sie wie beispielsweise in der Wired-App mit dem Finger zoomen, drehen oder verschieben können. Kurioserweise wirken selbst solche 360-Grad-Ansichten auf dem iPad greifbarer, die sich auch am PC über eine Maus steuern lassen. Gerade Mode-Shops sollten sich also nicht damit begnügen, hochauflösende Fotos anzuzeigen. Ein Allheillmittel sind 3D-Effekte aber nicht. Denn solche Spielereien nerven schnell.
- These 3: Die meisten Shopping-Apps enttäuschen (noch):
Eine iPad-App ist tatsächlich mir einer (hohen) Erwartungshaltung verbunden. Wenn ich den Safari-Browser öffne, erwarte ich nichts besonderes. Nach dem Download einer App aber schon. Wenn sich nach dem Start dann lediglich ein PDF-Katalog oder eine Internetseite öffnet, stellt sich Enttäuschung ein. Deswegen: Lieber weniger Produkte in einer Shopping-App, dafür aber mediengerecht aufbereitet.
- These 4: Social Shopping bekommt eine neue Bedeutung:
Das iPad haust im Wohnzimmer. Und wenn etwas Spannendes auf dem Bildschirm erscheint, wird der Tablet-PC tatsächlich herum gereicht. Social Shopping kann damit in der Tat eine neue Dimension bekommen. Denn auf dem iPad rückt E-Commerce im besten Fall tatsächlich in den Mittelpunkt einer Familie. Das iPad wird damit zu einer idealen Basis für neue Social-Shopping- oder Co-Shopping-Verkaufsansätze.
- These 5: Rich-Media-Content verkauft am besten
Trotz virtueller Tastatur und Bluetooth-Schnittstelle: Auf dem iPad will ich eigentlich nicht tippen. Sondern Videos schauen oder mich mit kurzweiligen Spielen unterhalten. Online-Händler müssen sich daher von starren Shop-Konzepten lösen. Gefragt sind viel mehr neue Verkaufsansätze, die Konsumenten fast schon passiv zum Kauf verführen: beispielsweise über In-Video-Shopping oder solche Game-Mechaniken.
So weit meine persönlichen Eindrücke. Weitere Einblicke gibt Martin Weigert bei Netzwertig.com sowie Reto Hartinger im Internet Briefing Blog.
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