"Auf der soeben zu Ende gegangenen Internet World
gab der Schweizer E-Commerce-Consultant Thomas Lang interessante Einblicke in die Anforderungen moderner,
erfolgreicher Shops.
Die Zeit ökonomischer, aber emotionsloser
Produktdarstellung ist vorbei, so Lang: Produkte müssen auch online
inszeniert werden, Emotionalität sei gefragt."
Bei Slideshow-Dienstleister Animoto können Händler nun Foto-Gallerien und Videoclips kostenlos mit vorgefertigten Hintergrundanimationen aufpeppen:
"Air, water, earth & fire inspired our designers to create four unique video styles in our newest collection, The Elements! Today we're releasing the first element, Air, which sees your imagery
float lazily through an elegant cloudscape.
The new Air style is great for simple, understated videos. We'll have the other three
ready in May, but we wanted to get this one out as a taste of things to
come!"
Das Air-Element kommt bereits in dieser Slideshow zum Einsatz. Wer sich mehr für klassische Produktvideos interessiert, wird eventuell bei Produktionsfirma Ayee fündig, die nun Produktvideos zu besonders günstigen Preisen verspricht:
"Ayee Full Video hat sich spezialisiert auf Videos für das Internet. Ein Produktvideo ensteht so: Der Händler schickt sein Produkt per Paket an Ayee Full Video. Wir holen dann Produktinformationen von der Website des Kunden. Anschließend wird das Produktvideo in der Greenbox gedreht und das Produkt zurück geschickt.
Nach Postproduktion und Vertonung wird das Video an den Kunden geliefert. Der gesamte Prozess dauert in der Regel vier Werktage. Produktvideos gibt es ab 99 Euro."
Wer noch auf der Suche nach einer Video-Player-Lösung ist: US-Dienstleister Invodo hat seine Lösung Invodo InPlayer nun ein wenig überarbeitet:
"Invodo announced the first in a series of enhancements to the
Invodo InPlayer. The new player will allow retailers more
customization, faster loads and increased benefit from SEO.
As online retailers seek to leverage the proven sales benefit of product
video, choosing a technology that will not weigh down the page is
essential. Google recently
confirmed that page load times will have an impact on search engine
rankings moving forward.
Invodo's InPlayer comes in at a lightweight
40k, which is 33-80 percent smaller than the average size of alternative
solutions."
Aktuell sind bereits rund 2.000 Videos mit der InVideo-Shopping-Lösung von Cavi.tv ausgestattet.
Die durchschnittliche Klickrate liegt bei rund 4,5 Prozent. Bei jedem 20. Video-Aufruf wird also auch der im Video integrierte Shop gestartet.
Bei einzelnen InVideo-Shopping-Kampagnen wie beispielsweise auf NaomiCampbell.com beträgt die Konversionsrate rund 2,5 Prozent.
Kennzahlen sind im Video-Shopping-Segment immer interessant, besonders bei einem so jungen Verkaufsansatz wie In-Video-Shopping. Dennoch muss man die Zahlen ein wenig relativieren.
Dennoch können sich die Werte sehen lassen. Denn so smart InVideo-Shopping aus Anwendersicht bisweilen erscheinen mag: Aus Perspektive der potenziellen Kunden ist Kaufen im Video nach wie vor noch keine Selbstverständlichkeit:
"Lernprozesse müssen beim Konsumenten einsetzen, denn Banner zeichnen eher sinkende Klickraten aus. Die größte Hürde ist der Sicherheitsaspekt: So besteht erst eine geringe
Bereitschaft seitens der Nutzer, vertrauchliche Daten wie Kontoinformationen in einem Layer oder Widget zu hinterlassen."
Mehr zum Thema In-Video-Shopping gibt es auch drüben im Usability-Blog.
Gemein habe beide Varianten, dass sie die Konversionsraten im Online-Shop laut Post-Manager Kuenen bereits deutlich nach oben schrauben konnten:
Einbindung Videoclip
Konversionsrate 1. Quartal 2009
Konversionsrate 1. Quartal 2010
Veränderung Konversionsrate
Startseite
4,13%
4,67%
+13%
Angebotsseite
4,29%
4,93%
+15%
Rubrik
6,42%
7,20%
+12%
Titelliste
5,58%
6,80%
+22%
Prämienseite
7,86%
8,85%
+12%
Die Videos selbst wirken in ihrem Teleshopping-Stil zwar ein wenig spektakulär, sind aber laut Kuenen dennoch genau der passende Content am richtigen Ort:
"Unser Kunden gehören zur Zielgruppe 40plus. Diese Zielgruppe ist es gewöhnt, in solchen Videoclips einzukaufen. Man hätte die Videos sicher kreativer gestalten können, so dass Sie auch mich mehr ansprechen. Sie müssen aber unserer Zielgruppe gefallen."
Weitere Kennzahlen zu den Produktvideos der Deutschen Post AG im Überblick:
Die 20 Videos wurden an insgesamt zwei Tagen gedreht
Das Budget lag im vierstelligen Euro-Bereich pro Film
Alle Videos werden extern gehostet
Die Clips sind in der Regel 60 bis 90 Sekunden lang
98 Prozent der Shopbesucher sehen sich ein Video zu Ende an
11,3 Prozent aller Video-Nutzer schließen nachher ein Abo ab
Wer sich selbst ein Bild machen will: Alle aktuell verfügbaren Produktvideos vom Leserservice lassen sich bequem in dieser Übersicht starten.
"Zum dritten Mal richtete die Fachzeitung Internet World Business den Start-up-Wettbewerb aus. Für diesen schlagen zehn erfahrene
Investoren und Web-Unternehmer neue Geschäftskonzepte vor. Leser
stimmen dann über die nominierten Unternehmen ab.
2010 wetteiferten 20 Kandidaten um den Titel, insgesamt 3.564 Leser gaben
ihre Stimme ab. Navabi überzeugte die meisten Leser. Der Onlineshop verkauft Damenmode mit Hilfe von
Videos."
Dass ein Video-Shopping-Konzept den Titel holte, freut uns natürlich besonders. Verdeutlicht die Publikumswahl doch zum einen, wie Händler mit gelungenem Bewegtbild-Content auf sich aufmerksam machen können. Und zum anderen, dass sich auch Internetnutzer zunehmend für Video-Anwendungen interessieren.
"Es
gibt drei Hauptaspekte, auf die man sich konzentrieren
sollte: Produktauswahl, Präsentation und Service. Ich glaube, dass
gerade Shopbetreiber immer mehr den persönlichen Kontakt und die
Betreuung der Kunden sicherstellen sollten.
Die Betreuung des Kunden wird vielleicht zu oft von vielen
Shopbetreibern vernachlässigt. Es ist keine leichte Aufgabe, aber
meiner Ansicht nach eine der wichtigsten für einen Shopbetreiber -
zumindest in unserem Marktsegment."
"65 Prozent der Erlöse
kommen von Stammkundinnen, im Schnitt wird für knapp 200 Euro bestellt.
Seit Ende 2009 arbeitet Navabi.tv rentabel. Der Shop zählt aktuell 24.000 Unique User im Monat, die im Monat für 30.000 Video-Abrufe sorgen."
Auf twive! hatten wir erstmals im September 2009 auf das beispielhafte Video-Shopping-Konzept von Navabi hingewiesen.
Bewegtbild ist einer der zentralen Themen-Schwerpunkte auf dem aktuellen Internet World Kongress (IWK) am 13. und 14. April in München. Verständlich daher, dass zur Messe mancher Video-Dienstleister ein Spezialangebot schnürt.
Einziger Haken: Das Messe-Special gilt nur für Händler, die entweder bereits Kunde von Gütesiegel-Anbieter Trusted Shops sind oder spätestens bis Ende Juni werden. Trusted-Shops-Kunden aber könnten in jedem Fall darüber nachdenken, die Video-Shopping-Lösung zumindest einmal zu testen: auch wenn die Features beim 40-Euro-Angebot doch sehr überschaubar bleiben (s. Leistungsumfang).
TV1.eu ist auf Echtzeit-Video spezialisiert und steckt unter anderem hinter dem Live-Stream von HSE24.de. Kein Wunder also, dass sich auch mit Sharetime vergleichbare Video-Liveshopping-Services realisieren lassen. Die Lösung ist mit Kosten von rund 3.000 Euro im Monat aber nur für Dickschiffe interessant.
Ingo Schnall hat sich jetzt einmal den Spaß gemacht und die US-Umsätze der Teleshopping-Sender aus dem vergangenen Jahr im Detail analysiert:
"2009 war nicht nur für das deutsche Teleshopping ein voller Erfolg. Auch in den USA hat sich der Markt nach der Vorjahreskrise wieder erholt. Branchenprimus QVC beherrscht nunmehr zwei Drittel des Marktes und lässt die Konkurrenz hinter sich."
Tatsächlich sind die US-Zahlen beeindruckend. So kann sich QVC allein in den USA über fünf Milliarden US-Dollar Jahresumsatz freuen. Zum Vergleich: Hierzulande erwirtschaft QVC mit 674 Millionen Jahresumsatz deutlich weniger.
Doch auch der deutsche Teleshopping-Markt befindet sich im Aufwind, wie Jochen Krisch nebenan treffend analysiert:
"2009 war das mit Abstand erfolgreichste Jahr in der deutschen Teleshopping-Geschichte:QVC, HSE24 und 1-2-3.tv erzielten Rekordumsätze. Erstmals arbeiteten alle drei Sender profitabel."
Spannend ist auch immer wieder, wieviel Umsatz beim Teleshopping bereits online erzielt wird. Dieser E-Commerce-Anteil beträgt in den US-Umsätzen bei jedem Shopping-Sender etwa ein Drittel, während der Online-Anteil hierzulande in der Regel deutlich geringer ausfällt. Von Ausnahmen einmal abgesehen.
Auch in den vergangenen Tagen hat sich wieder einiges bei Video-Dienstleistern und -Portalen getan, was wir Shopbetreibern nicht vorenthalten möchten.
Den Anfang macht Online-Video-Provider Vimeo, der zahlenden Nutzern nun bei der Video-Analyse tiefere Einblicke erlaubt:
"Vimeo has just rolled out a suite of advanced analytics features dubbed Vimeo Plus Stats. It’s only available to Vimeo Plus users at present. With
Plus Stats you can track plays, loads, finishes, comments and likes for
all of the videos uploaded on your account over any time period you
define. You can break down plays and loads by country, and you can see
how many embed loads and plays occur at each domain - Facebook - for example."
Aufpassen müssen Händler nur nach wie vor, da Vimeo nach Selbstauskunft nur für nicht-kommerzielle Anwendungen zur Verfügung steht. Eventuell kann aber die Plattform für solche Ratgeber-Videos eine Alternative sein.
Uneingeschränkt zum Verkaufen nutzen lässt sich dagegen die Plattform Vzaar, über die Händler ihren Content nun erstmals auch zusätzlich als Podcast zum Download anbieten können:
"This time we’ve been playing around with new ideas on allowing users to
increase the syndication of their video content. By adding Video Podcasting customers will be able to watch and consume your videos through iTunes or mobile devices such as the iPhone."
"Vorbei die Zeiten, in denen YouTube bunte, unaufgeräumte Video-Seiten
hatte oder der User auf Hauptnavigation und Kategorien hingewiesen
wurde. Das neue Design stellt ganz klar die Suche in den Vordergrund.
Zudem wird die Playlist zum Standard, das heißt es spielt in Zukunft
fast immer das nächste Video, wenn das momentane zu Ende geht.
Während YouTube auf der einen Seite viel Arbeit in die Reduktion der
Elemente auf der Seite investiert, sind sie auf der anderen Seite
fleißig dabei, die Playerfunktionalität weiter auszubauen. Die Funktionalität wächst rapide und damit auch die Zahl der Buttons und Elemente im Player. Das jüngst bekannt gegebene Auto-Captioning,
will genauso untergebracht werden wie das Vergößern, der Fullscreeen
oder die Auswahl der Videoqualität."
Und während alle Welt derzeit über Adobe Flash und (das Apple iPad) spricht, gibt es auch Neuigkeiten zu Microsoft Silverlight. ReelSEO.com berichtet:
"Apparently Silverlight is installed on 60% of connected devices.I am guessing that is mostly because it is now coming
pre-installed on Windows machines and smartphones. Microsoft’s answer to the
Adobe Flash player has been around for three years now and in just
four months went from 45% to 60%."
Spannend könnte Silverlight vielleicht vor folgendem Hintergrund werden:
"Silverlight 4 (Release für morgen geplant - Anm. d. Verf.) bietet Zugang zu Video-Input von Webcams. Möglich ist zum Beispiel sowohl die Aufnahme eines Fotos
für ein Webprofil, das ohne Zwischenschritte direkt von der Kamera ins
Web übertragen werden kann, als auch das Scannen eines Barcodes."
Vielleicht also lassen sich dank Silverlight solche Webcam-Shopping-Lösungen künftig noch einfacher als bislang realisieren?
"Mit der Geräteklasse der Multitouch-Tablets, die zum Teil völlig neue Internaktionsformen
erlauben, werden Computer und Internet weiter in die
Mitte der Gesellschaft rücken. Das bedeutet auch und gerade für den
E-Commerce enormes Potenzial."
"Gap's free application invites users to browse
through a selection of video content, celebrity imagery,
and a range of Gap products. Each piece of content prompts the user to share it with
friends via e-mail, and features a call to action prompting users to
purchase from directly within the app."
Laut Econsultancy.com könnte tatsächlich die Zukunft des Tablet-Commerce aus ähnlichen Video-Shopping-Anwendungen wie bei GAP bestehen:
"Retailers
are starting to encorporate catalog features into their websites
and the iPad is particularly well suited for this. The iPad presents a more tactile experience,
making it more intuitive for viewing content."
Denkbar aber auch, dass Händler für vergleichbare Anwendungen vielleicht gar nicht in eigene Apps für iPad & Co. investieren müssen:
"An iPad user can just as easily
shop an e-commerce site on an iPad because the screen is much larger
than that on a smartphone (9.7 inches for the iPad versus 3.5 inches
for the iPhone). An app simply enables a retailer to optimize the
customer experience for the iPad user, if the retailer chooses to make
the investment."
Mehr zum Thema gibt es gerade auch auf Internetretailer.com zu lesen.
Die Online-Auftritte der deutschen Teleshops können aus Video-Shopping-Sicht nach wie vor kaum überzeugen. Jetzt versucht es QVC wieder einmal mit einem zusätzlichen Shopping-Angebot, das es nur online gibt ("Nur hier, nicht im TV"):
Es ist nicht das erste Mal, dass QVC in Deutschland exklusive Internet-Angebote testet. Bereits im vergangenen Herbst hatte der Shopping-Sender mit der Ricarda M. Webshow ein spezielles Online-Format ins Programm genommen:
"Auf QVC.de ist erstmals eine eigens für den Online-Shop produzierte Web-TV-Show zu sehen. Starten lässt sich der Webcast über das Shop-Sortimet von Ricarda M. ("Ricardas Webshow").
Alle Produkte aus dem Videoclip sind direkt unter dem Player zu sehen, was ein wenig an das Trendwalk-Shopping auf Fashion.de erinnert. Auf den Artikelseiten allerdings fehlt ein Hinweis auf die Web-TV-Show."
Über den Erfolg der Webshow lässt sich allerdings trefflich spekulieren. So ist aktuell immer noch der Premieren-Clip von Oktober 2009 zu sehen.
Sicher leiden die Online-only-Formate darunter, dass allein die Player-Usability stark verbesserungswürdig ist. Immerhin aber wagt sich QVC auf neues Video-Shopping-Terrain. Und in den USA scheint sich dieser Mut bereits auszuzahlen:
"Mit einem Live-Webcast auf seiner Website versucht QVC am Groundhog-Day (“Murmeltiertag”) mehr Traffic und mehr Umsatz zu generieren. Bereits im November 2008 hatte QVC sich an einer derartigen
Webshow versucht. Dabei wurden alleine auf QVC.com Umsätze in Höhe von 13 Mio. US-Dollar erzielt."
Aktuelle Kennzahlen zu QVC Deutschland gibt es neben an bei HelloIngo.
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