Zwar schon etwas älter, vom Informationsgehalt her aber zeitlos schön: Auf der Veranstaltung Brands@Commerce hatte Cliplister in einem Vortrag übersichtlich die Vor- und Nachteile einiger Video-Verkaufsansätze beispielhaft skizziert.
Das PDF zum Vortrag ist für jeden Shopbetreiber interessant, der über einen Einstieg ins Video-Geschäft nachdenkt (ab Seite 7). Vermittelt das Dokument doch ein Gespür dafür, wo jeweils typischerweise die Fallstricke lauern.
Händler erfahren so zum Beispiel, dass sich moderierte Produktvideos zwar recht günstig produzieren lassen, wegen ihrer Nähe zum Teleshopping-Format aber auf viele Verbraucher "billig" und "wenig glaubwürdig" wirken (was sich anhand solcher Beispiele übrigens durchaus nachvollziehen lässt).
Solche sortimentsübergreifenden Videos wiederum sind allein schon deswegen besonders kosteneffektiv, weil Händler statt einer Vielzahl an Clips nur ein einziges Video zu produzieren brauchen.
Der Cliplister-Präsentation zufolge aber verschenken viele Shopbetreiber bei allgemein gehaltenen Video-Clips viel Potenzial, da der Content schnell "zu werblich" wird und Kunden dadurch nur "wenig Informationen" vermittelt.
Übrigens: Eine detaillierte Übersicht mit möglichen Video-Verkaufsansätzen für den Online-Handel finden Interessenten demnächst im "Video Shopping Guide" von Exciting Commerce. Details zur Publikation gibt es in Kürze auf twive!.
Passend dazu:

Aha, moderierte Produktvideos wirken also "billig" und "wenig glaubwürdig", weil sie dem Teleshopping ähneln.
Warum hat dann das deutsche Teleshopping 2009 über 1,3 Mrd. Euro Umsatz erzielt? Weil es billig ist? Nahezu jeder zehnte Deutsche hat schon einmal im Teleshopping eingekauft. Weil es "wenig glaubwürdig" ist?
Nein - Teleshopping trifft den Nerv der Zeit. Moderatoren bringen Emotion in den Verkauf. Und wirken damit x-mal besser, als irgendeine kühle 3D-Produktanimation.
Argumente wie "Teleshopping ist billig" kommen schnell von Menschen, die sich nur am Rand mit dem Phänomen beschäftigen oder weil sie aus ihrer eigenen privaten Sicht auf das Medium schauen und nicht aus Sicht der Zielgruppe.
Teleshopping ist mehr als nur einen Moderator vor die Kamera zu stellen und ihn einfach "auf´s Produkt loszulassen". Nur leider verstehen das die wenigesten (siehe Lidl).
Der Fehler liegt also daran, dass Teleshopping schlecht oder falsch kopiert wird. Und das macht das Ganze dann billig.
Kommentiert von: Ingo Schnall | 04. Februar 10 um 09:20 Uhr
Hi Ingo,
dein Kommentar trifft es genau. Die Aussage soll wohl lauten: Wenn Online-Händler einfach Teleshopping-Formate kopieren (wollen), wirkt es schnell unglaubwürdig. Das dies in der Tat oft der Fall ist, zeigen Lidl & Co. ja nur zu deutlich.
Dass Teleshopping im Fernsehen funktioniert und sicherlich besser gemacht ist, steht außer Frage.
Grüße
Stephan
Kommentiert von: Stephan Randler | 04. Februar 10 um 10:22 Uhr