E-Commerce boomt, doch so mancher an sich lukrative Online-Markt fristet nach wie vor ein Schattendasein. Beispielsweise der Online-Möbelhandel:
"Das E-Commerce-Center Handel (ECC) hat sich in einer Studie dem Potenzial im Internet-Möbelhandel gewidmet. Demnach haben sich in den Monaten April bis Juni 2008 etwa 44 Prozent der Internetnutzer über Möbel und Wohnen informiert. Lediglich 14,9 Prozent seien jedoch tatsächlich mit einer Bestellung aktiv geworden.
Den Ursachen für die Zurückhaltung der Konsumenten geht das ECC Handel auf den Grund.
Die Heimlieferung erweise sich nicht als Nachteil. Allein wegen der Maße der meisten Möbelstücke sei auch im stationären Möbelhandel eine Zustellung üblich.
Als größte Schwäche stelle sich nach wie vor die mediale Vermittlung von Optik und Haptik dar. Hier würden gutes Bildmaterial, Produktvideos und interaktive Wohnwelten erste Ansätze für Verbesserungen bieten."
Wie aber sieht die Zukunft des Online-Möbelhandels aus? Baur beispielsweise setzt seit geraumer Zeit auf interaktive Wohnwelten (Motto: "Der Realität ein Stück näher") in seinem Online-Shop:
"Bei Baur.de kann man die „Wohnwelten" sogar interaktiv betreten
und beispielsweise verschiedene Beleuchtungen ausprobieren. Eine
umfassende Vermittlung der Optik der Möbelstücke kann somit
gewährleistet werden. Um dem Kunden die Haptik von Stoffen oder Holzen
zu vermitteln, bleibt den Anbietern jedoch bislang keine andere
Alternative, als auf Anfrage Materialproben zu versenden."
Vergleichsweise bieder wiederum geht es bei MyFab zu, wo solche Flash-Trailer mehr als einmal an Vente Prvivée erinnern, dem ebenfalls an Shopping-Clubs angelehnten innovativen Geschäftmodell aber kaum gerecht werden.
Es ist zudem generell unwahrscheinlich, dass klassische Produktvideos die Killer-Anwendung im Online-Möbelhandel werden. Zukunftsweisender im Hinblick auf Video-Shopping ist da schon, was bei Augmented Reality Anwendungen passiert:
"Die Anwendung Ikea PS Einrichtungskamera speichern Kunden auf ihrem
Handy und können dann Möbel zuhause in ihrem
Raum positionieren. In der Applikation sind Ikea Möbelstücke gespeichert. Man aktiviert
die Handykamera und hält sie im Raum dort hin, wo das Möbelstück einmal stehen soll. Am Handydisplay sieht man dann
das Zimmer durch die Kamerasicht plus das Möbelstück. Nettes
Zusatzfeature: Man kann auch ein Bild machen und an Freunde per MMS versenden."
Ähnlich wie Zugara beim Webcam Social Shopper spielt Ikea mit Augmented Reality und Visual Shopping, auch wenn Bewegtbilder in dieser Version noch fehl(t)en. Spannende Video-Anwendungen im Umfeld von Augmented Reality aber könnten dem (Online-)Möbelhandel durchaus neue Perspektiven eröffnen.
Weitere Zahlen, Aspekte und Fallbeispiele zum Online-Möbelhandel hat das ECC Handel hier zusammen getragen.
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