Lidl auf den Spuren von Tchibo: Unter diesem Motto kann man das neue Video-Angebot des Lebensmittel-Discounters wohl treffend beschreiben.
Denn wie einst der Kaffeeröster bei seinem inzwischen wieder eingestampften Web-TV-Format setzt auch Lidl auf eine typische Teleshopping-Verkaufe:
"Aktuell ist es das kabellose Dampfbügeleisen, das von zwei Moderatoren präsentiert wird. Ob es bei dem Format in Zukunft bleiben wird, ist aber offen. Aktuell hat nur das Dampfbügeleisen ein Video."
Doch wie vielversprechend ist der Verkaufsansatz wirklich? Denn die Stärken der Teleshops liegen ja eigentlich darin, dass sie geschickt Emotionen wecken:
"Es geht um die Befriedigung eines Bedürfnisses. Kaufe ich eine Pfanne, weil ich eine Pfanne brauche (ja, vielleicht) oder weil ich bewußter leben, gesünder kochen oder einfach wieder ein paar Pfunde abspecken will? Denn genau das wird doch beim TV-Verkauf thematisiert."
Im Bügeleisen-Clip aber geht es fast ausschließlich um das Produkt. Verschenkt Lidl also leichtfertig eine Chance? Oder bieten die Videoclips vielleicht doch genau das, was die Zielgruppe im Online-Shop von Lidl letztlich erwartet?
Passend dazu:



Gerade für erklärungsbedürftige Produkte wie ein Bügeleisen oder Werkzeuge eignen sich solche Videos sehr gut.
Allerdings fehlt den Videos jegliche Struktur. Zum Einstieg müssen die wichtigsten Features schnell und klar umrissen werden. Erst dann sollte man ins Detail gehen. Auf ein musikalisch untermaltes Intro sollte man verzichten. Das Video soll mich schnell informieren - da brauche ich keinen Vorspann wie bei einem Spielfilm ;-)
Auch scheint mir die Chemie zwischen den beiden Moderatoren nicht zu stimmen. "Er" weißt "sie" einmal recht harsch an (bei 1:10 Min.), dass Bügeleisen doch einmal ruhig zu halten. Außerdem fallen sie sich oft ins Wort. Der Zuschauer merkt das schnell (z.T. auch unterschwellig) und wird dadurch vom eigenen Produkt abgelenkt.
Überhaupt - wer sind die Moderatoren? Lidl würde gut daran tun, die beide zu postionieren, um ihnen auch die nötige Glaubwürdigkeit zu verschaffen.
Kommentiert von: Ingo Schnall | 02. Februar 10 um 12:29 Uhr