Eigentlich müssten Online-Händler ihre Shopping-Angebote ja immer für zwei völlig unterschiedliche Zielgruppen optimieren:
"Das Blickverhalten von Internetnutzern ist nicht nur abhängig von der Gestaltung einer Website, sondern auch von der Intention mit der ein Nutzer auf eine Website zugreift. Ein "Browser" hat kein konkretes Ziel beim Aufruf einer Website. Er lässt sich „treiben“ und verschafft sich einen Überblick auf einer Seite. Im Gegensatz dazu geht ein "Seeker" zielorientiert vor und sucht systematisch nach Informationen."
Die Theorie unterfüttern die Usability-Spezialisten von eResult nun mit den konkreten Ergebnissen einer Eyetracking-Analyse. Im Detail gilt demnach:
- Browser fixieren einzelne Bereiche eines Online-Shops kurz. Die Aufmerksamkeit verteilt sich dabei gleichmäßig über die Seite.
- Ein Seeker fokussiert sich dagegen auf Überschriften und Texte. Bilder fallen weniger in den Fokus des Betrachters.
Was aber bedeuten diese Erkenntnisse nun für Video-Shopping-Anwendungen? Geschäftsführer Jan Miczaika vom Internet-Marktplatz Hitmeister beispielsweise rät im Gespräch mit der Internet World Business zu folgender Strategie:
"Bei Kunden, die am Stöbern sind, verbessern die Videos die Conversion Rates. Bei Kunden, die ohnehin im Kaufmodus sind, muss man hingegen genau evaluieren, ob man noch ein Video zur Verfügung stellt oder den Kunden direkt zum Check-out durchschickt."
Diese Erfahrungswerte sind insofern interessant, da Produktvideos ja eigentlich eine Kaufentscheidung bestätigen und Nutzer nicht vom Kauf abhalten sollen. Das kann aber anscheinend schnell passieren, wenn der Kunde ein "Seeker" ist.
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