Dass sich kurze Texteinblendungen prinzipiell positiv auf Konversionsraten von Produktvideos auswirken, hatten wir schon einmal angedeutet. Heute daher der Hinweis auf Kennzahlen, die solche positiven Effekte auch konkret belegen:
"Captions within your videos have a surprising effect on click through rates and conversions. Check out these two product videos.
Although the only difference between both versions is the red captions in the version on the right, there is a 8.3% difference in their conversion rates. That’s right – merely adding captions to the original video improved its conversions by over 8 percent."
Die enorme Resonanz zeigt einmal mehr: Nichts ist für (potenzielle) Anwender spannender als die Frage, wie schnell Videos die Verkäufe im Shop steigern.
Das Interesse an beispielhaften Kennzahlen ist natürlich völlig nachvollziehbar. Wer aber den Erfolg von Video-Shopping-Anwendungen ausschließlich über die Konversionsraten im Shop misst, begeht wohl einen strategischen Fehler.
Produktvideos: Ein spannende Alternative zu GoogleAdWords
Nach wie vor sind erst wenige Händler bewusst, welch Marketing-Potenzial in ihren an sich eigentlich nur zur klassischen Verkaufsförderung konzipierten Videoclips steckt. Vor allem, wenn Händler ihre Clips bei YouTube hosten:
Wer also seine eigenen Videoclips über klug ausgewählte Dateinamen, Tags und Beschreibungen auf YouTube veröffentlicht, kann zusätzlich Traffic generieren und sich vielleicht sogar Investitionen in (teure) Google AdWords sparen:
"Sure you can buy text ads surrounding Google searches, but they
will burn through a budget fast. Furthermore, searchers usually jump to
the “organic” or “natural” results. Google eye-tracking charts
have proven that, and undisclosed eye-charts of YouTube show that the
primary navigation attracts eyes to that coveted search field."
Beim Video-Marketing allerdings ist die Konversionsrate bei Produkten mit Video im Shop nur noch bedingt aussagekräftig. Denn wer über YouTube neue Kunden lockt, verkauft ja vielleicht auch mehr Produkte, zu denen es kein Video gibt.
Nur wer bei seiner Video-Shopping-Strategie daher auch relevante Messgrößen wie Besucherzahlen, Verweildauer oder auch Wiederkehrraten analysiert, kann daher überhaupt die positiven Effekte von Bewegtbildern ganzheitlich erfassen.
"Everybody agrees that video increases conversion rates. But when we talk to people about the benefits of video, one question often comes back: How much exactly does video increase conversion?"
Um potenziellen Kunden die Entscheidung pro Video zu erleichtern, hat sich Stupeflix durch das Web gewühlt und folgende Werte zusammen getragen:
eBags bericht über eine um 138 Prozent bessere Konversionsrate, wenn Kunden zum Beispiel so ein Video gesehen haben.
Bei Clean Air Gardening verbessern Videos die Konversionsraten um bis zu 20 Prozent.
Slideshows steigern Konversionsraten auf Ice.com um 40 Prozent.
Sellpoint freut sich über 35 Prozent bessere Konversionsraten bei Produkten mit Video-Sildeshows.
Beim ersten Blick fällt auf, dass sich die Zahlen stark unterscheiden und sich nur schwer eine allgemein gültige Aussage treffen lässt. Kein Zufall, denn laut Stupeflix hängt der Erfolg von den unterschiedlichsten Faktoren ab:
"It depends of the relevance of
the video content to the decision the user is trying to make. It
depends of how well the video is integrated within user workflow
and pages. It depends of the distribution strategy."
Detail-Infos und weiterführende Links zu den einzelnen Video-Strategien der acht US-Shops gibt es direkt bei StupeFlix. Über den ein oder anderen Händler hatten wir zudem bei twive! bereits desöfteren ausführlich berichtet.
Gerade auf mobilen Endgeräten sind visuelle Verkaufsansätze wohl besonders vielversprechend. Vor diesem Hintergrund heute der Hinweis auf einige mobile Shopping-Anwendungen, die bereits über Bewegtbilder verkaufen (könnten).
"KnickerPicker is the first interactive lingerie dressing room on the iPhone. Choose a model, pick an item of lingerie, and direct the action on the catwalk!"
"Runway Fashion is the premier iPhone and iPod Touch video collection of the hottest runway fashions. You can learn all about the newest, hottest fashions from the
world's greatest designers and find inspiration for you own fashion
choices."
"Mit unserer iPhone Applikation kann man ab sofort einfach ein Foto von
dem gewünschten Artikel machen und sofort über alle Produkte von
Stylight hinweg ähnliche Artikel finden. Das Ganze ist sehr intuitiv
und macht Spaß: man muß das Objekt erst mit dem Finger umfahren, bevor
man die Suche starten kann."
"Die Technologie von aiplay integriert einen Online-Shop so in Online-Videos, dass alle relevanten
Produktinformationen direkt im Video abgerufen werden können.
Dafür
werden die Videos mit klickbaren Flächen versehen,
die in Echtzeit mit allen gewünschten Informationen aus einem Shop
gespeist werden. So kann jeder Kaufimpuls direkt umgesetzt werden."
Das virale Marketing-Potenzial des Web 2.0 macht sich die Anwendung damit (noch) nicht zunutze. Auch der Bestellprozess lässt sich aktuell nicht komplett im Video ausführen, was dagegen bei Tailgate oder Cavi bereits möglich ist.
Hinter AiPlay steckt übrigens das Braunschweiger Unternehmen Markenstudio, dass bereits seit längerem im Video-Commerce aktiv ist. Die Entwicklung von AiPlay.de begann bereits vor rund einem Jahr unter dem Namen Ad-Interactive.
Show-Cases von AiPlay gibt es hier. Und man darf durchaus gespannt sein, wer demnächst die Video-Shopping-Lösung einsetzen wird. Waren vor einem Jahr doch einige prominente Namen unter den Interessenten zu finden.
Ist das Thema In-Video-Shopping nun endgültig im Mainstream angekommen? Zumindest auf Agenturseite hat es inzwischen durchaus den Anschein, da sich immer mehr Anbieter in diesem Zukunftsmarkt zu positionieren versuchen:
"Die Online-Agentur Swissclick AG führt neu auch einen Geschäftsbereich
Motion Pictures. Er umfasst die Produktion und Vermarktung von
Bewegtbildern, interaktiven In-Shopping-Videos, Web-TV und Streaming.
Die dafür entwickelte Lösung soll an jede Webshop-Umgebung angepasst
und auch an Affiliate-Programme angebunden werden können."
Auch eine Widget-Funktion fehlt, was nach Einschätzung von Markus Kobelt (Gartenvideo.com) bei diesem Fornat aber prinzipiell vielleicht unnötig ist:
"Ich bin mir nicht ganz sicher, ob In-Video-Shopping auf externen Portalen wirklich das Gelbe vom Ei ist. Denn
eigentlich möchte ich ja den Kunden irgendwann ja auch auf meiner Seite
haben, ihn gegebenenfalls auch zu cross-buying animieren, um den
Warenkorb schwerer zu machen.
Vielleicht ist es kein Zufall, dass
Zappos die Kunden auf den eigenen Shop bringt. Hier wird man nicht
darum herumkommen, die beiden Varianten gegeneinander zu testen."
Übrigens: Unser Leser Michael Wand hat uns (per E-Mail) kürzlich auf die beiden Anbieter Quick.tv und Videoclix.tv hingewiesen, die ebenfalls In-Video-Shopping anbieten. Auch deren Entwicklung werden wir künftig verstärkt beobachten.
Über die Vor- und Nachteile beim Video-Hosting über YouTube hatten wir bereits an anderer Stelle diskutiert. Linda Bustos (Get Elastic) bringt die ewige Debatte nun noch einmal anschaulich auf den Punkt:
"Though Youtube is a quick and cheap way to include video content on your
site, you run the risk of irritating customer with annoying ads,
distracting suggested videos and performance issues if Youtube goes
down for maintenance. All of this cheapens your brand image and may
work against your conversion goals."
"Youtube carries risks – namely making your site look cheap, annoying or
distracting customers. You can mitigate those risks by using your
original videos on your site, or asking for the Youtube user’s
permission to embed their original video on your site."
"The main reason we’ve
decided to use YouTube on our product pages is because of the viral
factor. YouTube harnesses such a large number of viewers, that our
product videos on YouTube itself are in itself a powerful marketing opportunity. Also note that you have the option to not display related videos when getting the embed code from YouTube."
Weiterer Pluspunkt: Beim Hosting über YouTube können sich Händler auf den Verkauf konzentrieren und müssen sich nicht selbst um die Technik kümmern:
"We have a number of smaller ecommerce merchants that use YouTube to save on massive bandwidth and disk usage issues. Another reason is that on YouTube there is no need for complicated streaming server software or embedded code to be viewed optimally."
Wer sich also Investitionen in eigene Infrastruktur sparen und gleichzeitig virale Marketing-Effekte nutzen will, kommt an YouTube praktisch nicht vorbei.
Wer seine Videos dagegen einfach unkompliziert über einen externen Hosting-Anbieter einbinden und auf virale Reichweite verzichten kann, findet dafür andere Dienstleister mit entsprechenden (kostenpflichtigen) Services.
Auf welchen Video-Portalen generell Händler auf Marketing-Effekte spekulieren können und welche Hosting-Anbieter für Shopbetreiber in Frage kommen, lesen Interessenten demnächst im "Video Shopping Guide" von Exciting Commerce.
Nachdem im letzten Jahr emotionale Verkaufsansätze spürbar an Bedeutung gewonnen haben, starten wir 2010 mit einem Ausblick auf den Video-Markt. Folgende Trends werden unserer Meinung nach das Video-Jahr 2010 prägen:
1. Produktvideos werden zum Standard-Feature in vielen Shops
Klassische Verkaufsvideos sind inzwischen ECommerce-Mainstream. Zwar setzt noch längst nicht jeder Händler auf dieses Verkaufstool. Immer mehr Shopbetreiber wissen aber um das Potenzial von Produktvideos.
Auswertungen vom Usability-Blog zeigen, wie hoch die Nachfrage nach Infos rund um Verkaufsvideos aktuell ist. Großartige Neuerungen und zukunftsweisende Innovationen sind bei Produktvideos aber 2010 nicht zu erwarten. Dafür ist das Format an sich viel zu starr und vordefiniert.
2. In-Video-Shopping steht vor einem schwierigen Jahr
Nicht zuletzt weil Einkaufen in Video-Clips im Web 2.0 hierzulande bereits ohne Einschränkungen möglich ist, hat sich Cavi.tv den Titel als Innovationstreiber 2009 gesichert. In diesem Jahr aber dürfte sich das Innovationstempo bei Video-Shopping-Widgets deutlich verlangsamen.
Zwar sind die technischen Rahmenbedingungen für In-Video-Shopping vollends geschaffen. Jetzt aber geht es darum, die breite Masse der Online-Shopper von diesem Einkaufsprozess zu überzeugen, was dauern dürfte. Zu hoffen bleibt, dass dabei kein Investor ungeduldig wird.
3. Realtime-Video-Shopping gewinnt stark an Bedeutung
Während Twitter bereits den Online-Publishing-Sektor nachhaltig prägt, wird in diesem Jahr auch Echtzeit-ECommerce ein Trend-Thema. Ob nun aber Live-Shops oder Shopping-Clubs: Bei den meisten Verkaufsaktionen mit Echtzeit-Charakter verkauft zur Zeit in erster Linie noch der Preis.
Emotionale Verkaufsansätze dagegen gibt es kaum. Die Kombination aus Realtime-ECommerce und Video-Shopping wird daher dieses Jahr für ein paar vielversprechende Anwendungen sorgen. Gerade von Teleshopping-Sendern müssen Innovationen kommen.
Auch wenn Anwendungen wie das Angebot von Zugara noch in den Kinderschuhen stecken, entstehen in diesem Jahr erste Ansätze für ansprechende Shopping-Dienste, die Emotion und Realität verknüpfen.
Auch wenn
es traditionell ein Trend-Thema für das neue Jahr ist und an einen Godot-Markt erinnert: Dank Smartphones &
Apps wird 2010 der Markt für Mobile Commerce tatsächlich an Fahrt aufnehmen.
Zwar ist die Handelsbranche zur Zeit noch auf der Suche nach mediengerechten und auf mobile Nutzungssituationen abgestimmte
Shopping-Anwendungen. Visuelle Verkaufsansätze aber haben das Potenzial zur Killeranwendung für zukunftsweisende Mobil-Dienste.
6. Dreidimensionale Videos kommen nur als Nischenanwendung zum Einsatz
Auch wenn einige Dienstleister hier und dort bereits einen 3D-Trend zu erkennen meinen: Auf absehbare Zeit werden 3D-Videos im Online-Handel kaum an Relevanz gewinnen. So haben bereits unter anderem 3D-Shopping-Malls im E-Commerce nicht funktioniert.
7. Video-Inhalte in Print-Magazinen bleiben eine Spielerei
ECommerce-Experten bescheinigen Print-Videos allerdings wenig Zukunftspotenzial. In der Tat dürften Käufe künftig eher auf neuen Endgeräten stattfinden als auf visuell reanimierten toten Bäumen.
Unser Ausblick soll in erster Linie eine Diskussionsgrundlage bilden und nicht unbedingt eine finale Berichterstattung darstellen. Haben wir etwas übersehen? Liegen wir irgendwo daneben? Über Meinungen und Kommentare freuen wir uns!
"The main reason we’ve decided to use YouTube on our product pages is because of the viral factor. YouTube harnesses such a large number of viewers, that our product videos on YouTube itself are in itself a powerful marketing opportunity. Also note that you have the option to not display related videos when getting the embed code from YouTube."
Weiterer Pluspunkt: Beim Hosting über YouTube können sich Händler auf den Verkauf konzentrieren und müssen sich nicht selbst um die Technik kümmern:
"We have a number of smaller ecommerce merchants that use YouTube to save on massive bandwidth and disk usage issues. Another reason is that on YouTube there is no need for complicated streaming server software or embedded code to be viewed optimally."
Wer sich also Investitionen in eigene Infrastruktur sparen und gleichzeitig virale Marketing-Effekte nutzen will, kommt an YouTube praktisch nicht vorbei.
Wer seine Videos dagegen einfach unkompliziert über einen externen Hosting-Anbieter einbinden und auf virale Reichweite verzichten kann, findet dafür andere Dienstleister mit entsprechenden (kostenpflichtigen) Services.
Auf welchen Video-Portalen generell Händler auf Marketing-Effekte spekulieren können und welche Hosting-Anbieter für Shopbetreiber in Frage kommen, lesen Interessenten demnächst im "Video Shopping Guide" von Exciting Commerce.
(via)
Passend dazu: